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Ratgeber · Website

Website-Wartungsvertrag für Handwerker — was drin sein muss, was nicht.

Die Seite ist online, und kurz darauf liegt ein Angebot für ein „Wartungspaket" im Postfach. 79 € im Monat, „Pflege inklusive". Lohnt sich das — und was steckt überhaupt drin? Dieser Ratgeber zeigt Dir die sechs Bausteine, die in einen fairen Vertrag gehören, und woran Du eine leere Pauschale erkennst.

8 Min Lesezeit Aktualisiert 23.06.2026 Von Marcus Lindow

Ob ein Wartungsvertrag seinen Preis wert ist, hängt an zwei Dingen. Erstens: womit Deine Seite gebaut ist. Zweitens: was konkret im Vertrag steht. Kennst Du beide Punkte, bewertest Du ein Angebot in zwei Minuten — und zahlst nicht blind jeden Monat für eine leere Pauschale, ohne zu wissen wofür.

Wofür ein Wartungsvertrag überhaupt da ist.

Eine Website ist kein Plakat, das man einmal aufhängt. Sie ist Software, und Software bekommt mit der Zeit bekannte Sicherheitslücken. Besonders WordPress, das am weitesten verbreitete System, ist ein beliebtes Ziel automatisierter Angriffe — einfach weil so viele Seiten damit laufen.

Ein häufiger Einstieg sind veraltete Erweiterungen — also Zusatzmodule, die niemand aktualisiert hat. Wie groß das Thema ist, zeigt der Hacked-Website-Report von Sucuri, einem der größten Anbieter für Website-Sicherheit: Für 2023 war dort bei knapp 40 % der ausgewerteten gehackten Seiten das System, das die Seite betreibt, zum Zeitpunkt des Angriffs nicht auf dem aktuellen Stand. Genau das soll ein Wartungsvertrag verhindern — dass aus einer bekannten, längst geschlossenen Lücke ein offenes Tor wird. Hier sind die sechs Bausteine, die dafür drinstehen müssen.

01

Sicherheits-Updates — und wie schnell

Eine Website ist Software. Und Software bekommt mit der Zeit bekannte Lücken — im System dahinter (bei WordPress zum Beispiel der Kern und jede Erweiterung, also jedes Zusatzmodul). Ein fairer Vertrag sagt nicht nur „Updates inklusive", sondern auch wie schnell sicherheitskritische Updates eingespielt werden. Üblich und sinnvoll: kritische Lücken innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Steht keine Frist drin, ist „Updates" nur ein Wort.

02

Sicherungen, die getestet sind

Eine Sicherung (englisch „Backup") ist eine Kopie der ganzen Seite — Dateien und Datenbank. Drei Dinge müssen im Vertrag stehen: wie oft (täglich oder wöchentlich), wo (auf einem anderen Server, nicht nur dort, wo die Seite liegt — sonst ist bei einem Servercrash beides weg), und ob schon einmal eine Rückspielung getestet wurde. Eine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, ist eine Hoffnung, keine Sicherung.

03

Erreichbarkeits-Überwachung

Merkt der Dienstleister, dass Deine Seite nicht erreichbar ist, bevor Dich der erste Kunde darauf anspricht? Eine Erreichbarkeits-Überwachung (englisch „Monitoring") prüft die Seite alle paar Minuten automatisch und schlägt Alarm, wenn sie ausfällt. Ohne das fällt ein Ausfall am Wochenende vielleicht erst Montag auf — zwei Tage, in denen niemand Dein Formular abschicken konnte.

04

Kontingent für kleine Änderungen

Neue Handynummer, ein Mitarbeiter kommt dazu, ein Preis ändert sich, die Öffnungszeiten an Weihnachten. Solche Kleinigkeiten willst Du nicht jedes Mal einzeln beauftragen. Ein guter Vertrag enthält ein festes Kontingent — zum Beispiel 30 Minuten im Monat für kleine inhaltliche Änderungen, klar benannt. Steht dazu nichts, wird jede Mini-Änderung extra berechnet.

05

Zugesagte Reaktionszeit

„Wir kümmern uns schnell" ist keine Zusage. Frag nach einer Zahl: Bis wann meldet sich jemand, wenn die Seite nicht mehr erreichbar ist oder das Formular klemmt? Am selben Werktag? Innerhalb von vier Stunden? Eine schriftlich zugesagte Reaktionszeit trennt einen echten Vertrag von einem Lippenbekenntnis.

06

Nachweis, was gemacht wurde

Du zahlst monatlich für Arbeit, die Du nicht siehst. Deshalb gehört in den Vertrag ein einfacher Nachweis: ein kurzer Bericht, was im Monat gemacht wurde — welche Updates liefen, ob die Sicherungen durchgingen, ob es Auffälligkeiten gab. Drei Zeilen reichen. Wer Dir nie etwas zeigt, kassiert womöglich für nichts.

Woran Du eine leere Pauschale erkennst.

Eine leere Pauschale verspricht „Wartung", definiert sie aber nicht. Wenn Du eins dieser sechs Dinge in einem Angebot liest, lohnt sich Nachfragen — oder ein zweites Angebot einholen:

  • „Wartung & Pflege" als einzige Position — ohne Liste, was das konkret umfasst
  • „Updates inklusive", aber keine Frist, wie schnell sicherheitskritische Updates kommen
  • Sicherungen erwähnt, aber kein Wort über Ort, Häufigkeit oder ob je eine Rückspielung getestet wurde
  • Kein Satz dazu, was passiert, wenn die Seite gehackt wird — ist die Wiederherstellung drin oder kostet sie extra?
  • Mindestlaufzeit von 24 oder 36 Monaten für eine reine Pflegeleistung — fair ist monatlich oder mit kurzer Frist kündbar
  • Die Domain (Deine Internet-Adresse), das Hosting oder die Zugangsdaten bleiben beim Anbieter statt bei Dir

Wie viel Pflege Du wirklich brauchst.

Direkt gesagt: Wie viel Pflege Deine Seite braucht, hängt vor allem davon ab, womit sie gebaut ist. Das entscheidet, ob ein Vertrag für 39 € oder für 200 € im Monat angemessen ist.

WordPress mit vielen Erweiterungen

Pflegeintensiv: Jede Erweiterung kann eine Lücke bekommen, Updates kommen laufend, und manchmal vertragen sie sich nach einem Update nicht mehr. Hier sind 50 bis 200 € im Monat oft gerechtfertigt — es ist echte, wiederkehrende Arbeit (bei geschäftskritischen Seiten mit zugesagter Reaktionszeit auch darüber, siehe die Preis-Stufen weiter unten).

Schlanke, statische Seite

Eine „statische" Seite wird fertig ausgeliefert, ohne System, das bei jedem Aufruf im Hintergrund mitläuft. Dadurch gibt es kaum Angriffsfläche — entsprechend weniger zu patchen, entsprechend günstiger in der Pflege.

Frag also zuerst: Womit ist meine Seite gebaut? Ganz neutral sind wir an dieser Stelle nicht — wir bieten selbst Betreuung an. Gerade deshalb legen wir die Karten offen: Wir bauen bei werkkante schlanke, statische Seiten, und genau deshalb liegt unsere laufende Betreuung bei 39 € im Monat (optional dazubuchbar). Die ersten drei Monate nach dem Livegang sind bei uns ohnehin inklusive. Was genau drin ist, steht offen auf der Website-Leistungsseite. Wie sich die einmaligen Baukosten je nach Technik unterscheiden, steht im Ratgeber Was eine Handwerker-Website kostet.

Was ein Wartungsvertrag kosten darf.

Drei am Markt übliche Stufen — als Orientierung, nicht als Festpreis. Wo Du landest, hängt vom Umfang oben und von der Technik Deiner Seite ab.

Einfach (Updates + Sicherungen)

50 – 100 €/Mo

Regelmäßige Updates und automatische Sicherungen, sonst wenig. Reicht für eine schlanke Seite ohne viele Erweiterungen.

Häufigster Fall

Standard (+ Überwachung + Änderungs-Kontingent)

100 – 200 €/Mo

Zusätzlich Erreichbarkeits-Überwachung, ein kleines Kontingent für Änderungen und ein Ansprechpartner. Die übliche Spanne für eine gepflegte WordPress-Seite.

Mit zugesagter Reaktionszeit

200 – 300 €/Mo

Alles oben plus schriftlich zugesagte, kurze Reaktionszeiten. Sinnvoll, wenn die Seite geschäftskritisch ist und ein Ausfall richtig weh tut.

Realistische Erwartung.

Ein Wartungsvertrag bringt Dir keine neuen Kunden. Er verhindert den schlechten Tag: die gehackte Seite, den Ausfall mitten in der Auftragssaison, das Formular, das seit Wochen still kaputt ist und niemandem auffällt. Das ist kein Wachstum, das ist Absicherung — wie die Inspektion am Firmenwagen. Wer mehr Anfragen will, braucht etwas anderes (eine bessere Seite, ein gepflegtes Google-Profil). Wer das, was er hat, sicher und am Laufen halten will, braucht Wartung.

Häufige Folge-Fragen.

Brauche ich überhaupt einen Wartungsvertrag?
Kommt auf die Bauweise an. Eine schlanke, statische Seite braucht wenig — da reicht oft ein kleines Paket. Eine WordPress-Seite mit vielen Erweiterungen braucht regelmäßige Pflege, sonst sammeln sich Sicherheitslücken an.
Kann ich die Updates nicht selbst machen?
Bei einer einfachen Seite ja. Du brauchst aber die Zeit, die Zugänge und den Mut, eine Sicherung zurückzuspielen, falls ein Update etwas zerschießt. Viele wollen genau diese Verantwortung abgeben — dafür ist der Vertrag da.
Was passiert, wenn ich gar nichts mache?
Die Seite läuft erst einmal weiter. Aber bekannte Lücken bleiben offen, und irgendwann wird eine ausgenutzt — dann ist die Seite plötzlich weg oder verteilt Schadcode an Deine Besucher. Wer eine schlanke, statische Seite hat, trägt dieses Risiko kaum; wer WordPress mit vielen Erweiterungen betreibt, deutlich eher. Die Reparatur danach kostet meist mehr als ein ganzes Jahr Wartung.
Ist Wartung dasselbe wie Hosting?
Nein. Hosting ist der Speicherplatz, auf dem die Seite liegt (rund 10 € im Monat bei all-inkl). Wartung ist die laufende Arbeit an der Seite. Halte beides im Angebot sauber auseinander.
Wie lang sollte die Laufzeit sein?
Am Markt gilt für eine reine Pflegeleistung eine monatliche oder kurze Kündigungsfrist als fair. Lange Mindestlaufzeiten von zwei oder drei Jahren binden Dich ohne echten Gegenwert — frag bei jedem Angebot konkret nach der Laufzeit.
Gehört die Pflege von Impressum und Datenschutz dazu?
Manche Verträge decken kleine rechtliche Anpassungen mit ab, viele nicht. Frag konkret nach, was im Preis steht. Das rechtliche Pflicht-Minimum für die Handwerker-Website behandeln wir in einem eigenen Ratgeber (Link direkt unter den Fragen).

Mehr zum rechtlichen Minimum steht im Ratgeber DSGVO auf der Handwerker-Website. Die laufende Betreuung selbst findest Du auf der Website-Leistungsseite.

Nächster Schritt

Wenn Du Deine Seite nicht selbst pflegen willst — wir übernehmen das.

Laufende Betreuung als Festpreis 39 € im Monat: Updates, Sicherungen und Erreichbarkeit im Blick. Was genau drin ist, steht offen auf der Leistungsseite — die ersten drei Monate nach dem Livegang sind ohnehin inklusive.

Verwandte Leistung: Alle Leistungen

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