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Ratgeber · Anzeigen

Google Ads für Dachdecker — wann es sich lohnt, wann nicht.

Google Ads sind bezahlte Anzeigen, die ganz oben bei Google stehen — sofort sichtbar, aber jeder Klick kostet. Ob sich das für Deinen Dachdeckerbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern rechnet, hängt von Deiner Lage ab, nicht von dem, was eine Agentur Dir verkaufen will. Hier die offene Rechnung.

9 Min Lesezeit Aktualisiert 22.06.2026 Von Marcus Lindow

Irgendwann ruft eine Agentur an und verspricht Dir, dass Du mit Google Ads ab morgen ganz oben stehst. Das stimmt sogar. Ob es sich rechnet, ist eine ganz andere Frage — und die beantwortet Dir am Telefon selten jemand, der von Deinem Werbebudget lebt. Dieser Artikel beantwortet sie: Wann Anzeigen für einen Dachdecker sinnvoll sind, wann sie Geld verbrennen, und mit welchem Budget Du rechnen musst.

Was Google Ads überhaupt sind.

Google Ads sind die bezahlten Anzeigen, die über den normalen Suchergebnissen und über der Karte stehen — erkennbar am kleinen Wort „Anzeige" davor. Du bezahlst nicht dafür, dass die Anzeige eingeblendet wird, sondern erst, wenn jemand draufklickt. Dieser Klickpreis (manche sagen „CPC", aber der Begriff ist egal) ist das, was Dein Werbebudget auffrisst.

Es gibt zwei Spielarten. Die normale Suchanzeige zahlst Du pro Klick. Daneben gibt es die Lokalen Dienstleistungen (Google nennt sie „Local Services Ads"): Dort zahlst Du pro Anfrage statt pro Klick, musst Deinen Betrieb aber vorher prüfen lassen. Wer Betrieb, Lizenz und Versicherung nachweist, bekommt dann das Siegel „Von Google verifiziert" — ein Vertrauenszeichen direkt in der Anzeige. (Dieses Siegel hat im Oktober 2025 die früheren Siegel „Google Garantie" und „Google Screened" abgelöst; eine Geld-zurück-Garantie ist seitdem nicht mehr dabei.) Diese Variante wird in Deutschland nach und nach ausgerollt und ist nicht für jede Branche und jede Region freigeschaltet — prüfe, ob es für Dachdecker in Deiner Gegend schon verfügbar ist. Für den Anfang reicht ohnehin die normale Suchanzeige.

Wann es sich lohnt.

Vier Situationen, in denen Anzeigen für einen Dachdeckerbetrieb wirklich Sinn ergeben.

01

Das Auftragsbuch hat ein Loch

Die Kolonne hat in drei Wochen nichts zu tun, und der normale Weg — Empfehlung, Stammkunden, Mundpropaganda — füllt die Lücke nicht. Dann sind Anzeigen der schnellste Hebel, den es gibt. Eine Suchanzeige steht innerhalb von Stunden oben bei Google. Das organische Profil aufzubauen dauert Monate; eine Anzeige läuft heute Nachmittag. Genau für solche Löcher sind Ads gemacht — und genau dann kannst Du sie auch wieder ausschalten, wenn der Kalender wieder voll ist.

02

Du bist neu in der Region oder eröffnest einen zweiten Standort

Wer in Rostock seit zwanzig Jahren bekannt ist, fängt in Stralsund oder Greifswald trotzdem bei null an. Da kennt Dich keiner, das Google-Profil ist leer, Empfehlungen gibt es noch nicht. Anzeigen kaufen Dir Sichtbarkeit in der neuen Stadt, solange sich das Organische noch aufbaut. Das ist einer der saubersten Anwendungsfälle für Ads: eine Lücke überbrücken, die später von allein zuwächst.

03

Du arbeitest saisonal oder willst eine Leistung gezielt bewerben

Nach einem Sturm tippen plötzlich viele Leute „Dachdecker Notdienst" ins Handy. Oder Du willst im Frühjahr gezielt Dachsanierungen statt kleiner Reparaturen. Anzeigen kannst Du auf genau diese Suchbegriffe und genau diesen Zeitraum schalten — und danach wieder abdrehen. Diese Steuerbarkeit hat sonst kein Kanal. Ein Haken beim Sturm-Notdienst: Das funktioniert nur, wenn Du dann auch wirklich kurzfristig rausfährst und ans Telefon gehst. Wer Notdienst bewirbt, aber nicht ausrücken kann, verbrennt Geld und verärgert Anrufer.

04

Ein einzelner Auftrag ist viel wert

Eine komplette Dachsanierung bringt mehrere tausend Euro. Wenn ein Klick ein paar Euro kostet und Du aus einer überschaubaren Zahl Klicks einen Auftrag machst, steht ein niedriger Werbeaufwand einem Auftrag im vierstelligen Bereich gegenüber. Das trägt sich. Die Faustregel: Je höher der Wert eines einzelnen Auftrags, desto eher rechnen sich Anzeigen — weil ein einziger gewonnener Kunde viele bezahlte Klicks deckt. Wie diese Rechnung konkret aussieht, steht weiter unten.

Wann es Geld verbrennt.

Genauso wichtig wie das Wann: das Wann-nicht. Hier sind Ads rausgeworfenes Geld.

01

Dein Profil und Deine Website sind nicht fertig

Eine Anzeige schickt den Interessenten auf Deine Seite. Lädt die langsam, sieht am Handy kaputt aus oder zeigt die Telefonnummer nicht groß und sofort — dann hast Du für den Klick bezahlt und den Kunden trotzdem verloren. Das ist der häufigste Grund, warum Ads „nicht funktionieren": nicht die Anzeige war schlecht, sondern das, was nach dem Klick kommt. Erst das Fundament, dann Anzeigen.

02

Das Auftragsbuch ist sowieso voll

Wenn Du ohnehin bis in den Herbst ausgebucht bist, bringen mehr Anfragen nur Frust — bei Dir, weil Du absagen musst, und beim Anrufer, der vertröstet wird und beim Nächsten anruft. Geld für Anzeigen ist dann schlicht verbrannt. Ads sind ein Hebel gegen zu wenig Arbeit, nicht gegen zu wenig Personal.

03

Der Auftragswert trägt die Klickpreise nicht

Bei kleinen Reparaturen für unter hundert Euro frisst ein teurer Klickpreis die Marge schnell auf. Bevor Du startest, rechne nüchtern: Was ist ein typischer Auftrag wert, und wie viele Klicks brauchst Du im Schnitt für einen Auftrag? Wenn am Ende mehr für Werbung draufgeht als der Auftrag einbringt, lass es — oder schalte die Anzeigen nur auf die lohnenden Leistungen.

04

Du willst „mal kurz ausprobieren" — ohne zu messen

Ohne Messung gibst Du Geld aus und weißt hinterher nicht, ob es sich gelohnt hat. Du brauchst ein Conversion-Tracking — eine einfache Messung, welche Anzeige zu einem Anruf oder einer Formular-Anfrage geführt hat. Das wird beim Einrichten des Kontos eingestellt; wenn jemand die Anzeigen für Dich betreut, frag nach, ob es gesetzt ist. Fehlt es, ist „mal eben 200 Euro reinstecken und schauen" kein Test, sondern Raten mit echtem Geld.

Was es realistisch kostet.

Bei Google Ads gibt es zwei Töpfe, die oft durcheinandergehen — halt sie auseinander:

  • Das Werbebudget geht direkt an Google — das ist das Geld, das in die Klicks fließt. Daran verdient eine seriöse Betreuung nichts.
  • Die Betreuung ist die Arbeit drumherum — Einrichtung, Anzeigen schreiben, Suchbegriffe pflegen, monatlich auswerten. Das ist eine getrennte Position.

Was ein Klick kostet, hängt vom Suchbegriff ab: „Dachdecker Notdienst" ist härter umkämpft und teurer als ein Nischenbegriff. Verlass Dich nicht auf eine Pauschalzahl aus dem Internet — die genaue Spanne für Deine Begriffe und Deine Region kannst Du Dir kostenlos im Google Keyword Planner anzeigen lassen, bevor Du einen Euro ausgibst. Aus Erfahrung bewegen sich Klickpreise im Handwerk je nach Begriff im niedrigen einstelligen bis zweistelligen Euro-Bereich — im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern eher am unteren Ende, weil weniger Betriebe mitbieten.

Für ein Monatsbudget sind bei einem regionalen Handwerksbetrieb grob 300 bis 1.500 Euro typisch. Wer erst testen will, startet oft mit rund 400 bis 500 Euro im Monat — genug, um über ein paar Wochen überhaupt verwertbare Zahlen zu sammeln. Darunter kommen meist zu wenig Klicks zusammen, um etwas zu lernen.

Die Zahl, die am Ende zählt, ist nicht der Klickpreis, sondern der Preis pro Anfrage (manche sagen „Cost per Lead"): Werbeausgaben geteilt durch die Zahl der ernsthaften Anfragen.

Erst das Fundament, dann Anzeigen.

Bevor Du auch nur einen Euro in Anzeigen steckst, müssen zwei Dinge stehen. Sonst zahlst Du für Klicks, die ins Leere laufen.

Das Google-Unternehmensprofil (auch Google Business Profil genannt) — der kostenlose Eintrag, der bei jeder lokalen Suche als Karte erscheint — holt oft schon viele Anrufe, ohne dass Du pro Klick zahlst. Wer das noch nicht sauber gepflegt hat, lässt Geld liegen und sollte hier zuerst ansetzen. Welche Fehler die meisten machen, steht im Ratgeber Google-Unternehmensprofil — die häufigsten Fehler.

Eine Website, die nach dem Klick liefert — schnell, am Handy ordentlich, mit großer Telefonnummer und kurzem Anfrageweg. Eine Anzeige ist nur so gut wie die Seite, auf der sie landet. Was eine ordentliche Handwerker-Website kostet, haben wir hier aufgeschlüsselt: Was eine Handwerker-Website wirklich kostet.

Selbst machen oder machen lassen?

Ein Google-Ads-Konto aufsetzen kannst Du selbst — Google führt Dich freundlich durch die Einrichtung. Die klare Warnung dabei: Google schlägt Dir genau die Einstellungen vor, die Google mehr Geld bringen, nicht Dir. Ein unbetreutes Konto verbrennt schnell Budget an die falschen Klicks — Leute, die „Dachdecker Ausbildung" oder „Dachdecker Gehalt" suchen und nie einen Auftrag vergeben.

Worauf es ankommt, sind drei Dinge. Die richtigen Suchbegriffe: lokal und konkret („Dachdecker Rostock", „Dachsanierung Wismar", „Dachdecker Notdienst") statt breit und teuer. Falsche Suchbegriffe ausschließen (sogenannte negative Keywords — also Suchanfragen, bei denen Deine Anzeige absichtlich nicht erscheint, etwa „Gehalt" oder „Ausbildung"). Und brauchbare Anzeigentexte: Ortsbezug, klare Leistung und eine eindeutige Aufforderung („Jetzt anrufen") wirken besser als ein blasses „Ihr zuverlässiger Dachdecker".

Ein Wort noch zu „Performance Max" — einer Automatik-Kampagne, bei der Google fast alles selbst steuert. Google drängt aktiv dorthin. Für einen kleinen Betrieb ohne saubere Messung ist das meist zu früh: Du gibst die Kontrolle ab, bevor Du weißt, was funktioniert.

Die eigentliche Arbeit ist nicht die Einrichtung, sondern das Dranbleiben. Rechne mit ein bis zwei Stunden im Monat, um Suchbegriffe zu prüfen, Anzeigen anzupassen und das Budget auf das zu verschieben, was Aufträge bringt. Wenn Du die Zeit hast — mach es selbst. Wenn nicht, ist genau das der Teil, für den sich eine Betreuung rechnet.

Realistische Erwartung.

Anzeigen bringen schnell Sichtbarkeit — aber nicht automatisch gute Aufträge. Die ersten zwei bis vier Wochen sind Anlaufzeit: Google sammelt Daten, Du justierst nach. Bei wenigen Anfragen im Monat kann das auch länger dauern. Wer nach fünf Tagen abbricht, weil „nichts kommt", hat zu früh aufgegeben. Wer nach drei Monaten ohne jede Auswertung weiterzahlt, gibt blind Geld aus.

Und noch etwas Wichtiges: Eine Anzeige liefert den Erstkontakt, nicht den unterschriebenen Auftrag. Gerade die großen Sanierungen entstehen selten direkt aus dem Klick, sondern über den Anruf, den Vor-Ort-Termin und das Angebot danach. Deshalb zählt auch der Anruf als Anfrage — bei Dachdeckern rufen die meisten Kunden an, statt ein Formular auszufüllen. Wenn die Messung nur Formulare zählt, ist sie für genau den wichtigsten Weg blind.

Häufige Folge-Fragen.

Was kostet Google Ads für einen Dachdecker im Monat?
Zwei Posten: das Werbebudget (geht an Google) und die Betreuung. Für einen regionalen Betrieb in MV ist ein Werbebudget von rund 500 bis 1.500 Euro im Monat sinnvoll, zum Testen mindestens rund 500 Euro. Darunter kommen zu wenig Klicks zusammen, um verlässlich etwas zu lernen.
Welche Suchbegriffe lohnen sich für Dachdecker?
Lokal und konkret: „Dachdecker“ plus Deine Stadt, dazu einzelne Leistungen wie „Dachsanierung“ oder „Dachreparatur“ und bei Bedarf „Notdienst“. Breite Begriffe ohne Ortsbezug sind teuer und bringen oft die falschen Anfragen.
Wie schnell kommen die ersten Anfragen?
Die Anzeige läuft innerhalb von Stunden. Eine verlässliche Aussage, ob sich Ads für Dich rechnen, hast Du aber erst nach zwei bis vier Wochen — vorher ist es Anlaufzeit.
Brauche ich eine fertige Website, um Anzeigen zu schalten?
Ja. Eine Anzeige schickt Leute auf Deine Seite. Ist die langsam oder am Handy kaputt, zahlst Du für Klicks, die nichts bringen. Erst Profil und Website, dann Anzeigen.
Warum bekomme ich Klicks, aber keine Anfragen?
Meist drei Gründe: falsche Suchbegriffe (Du zahlst für Leute ohne Auftrag), eine schwache Zielseite, oder die Telefonnummer ist nicht sofort sichtbar. Ohne Conversion-Tracking (die Messung, welche Anzeige zu einem Anruf führt) siehst Du nicht, woran es liegt.
Lohnt sich das auch im ländlichen Raum?
Das Suchvolumen ist kleiner, also erwarte keine großen Mengen. Dafür sind die Klicks günstiger und die Konkurrenz geringer. Für gezielte, hochwertige Aufträge kann sich das gut rechnen.
SEO oder Google Ads — was zuerst?
SEO (die Arbeit, die Dir kostenlose Google-Treffer bringt) und das Google-Profil sind das Fundament: kostet keine Klicks, braucht aber Monate. Ads wirken sofort, kosten aber laufend. Idealerweise machst Du erst das Profil sauber und schaltest Ads für die akute Lücke.

Wenn Du das nicht selbst machen willst: Wir richten Google Ads ein und betreuen sie als klares Festpreis-Paket — mit monatlicher Auswertung und der Ansage, sofort zu pausieren, wenn es sich nicht rechnet. Details auf der Leistungsseite: Google Ads für Handwerker.

Nächster Schritt

Wenn Du wissen willst, ob Ads sich für Deinen Betrieb rechnen — frag uns.

Wir schauen uns Deine Lage an: Auftragslage, Region, Auftragswert, Stand von Profil und Website. Dann sagen wir klar, ob Anzeigen gerade ein Hebel sind oder rausgeworfenes Geld. Den Abschnitt weiter oben über die Fälle, in denen Ads nichts bringen, meinen wir genauso ernst wie den Rest.

Verwandte Leistung: Zuerst das Google-Profil? Hier die häufigsten Fehler

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